Die "Queen Mum des Zeltlagers" vom Präsidenten geehrt

SWISTTAL-BUSCHHOVEN. Bundespräsident Joachim Gauck ehrt Rosemarie Scheben für ihr jahrzehntelanges Engagement bei Hertha Buschhoven.


"Schloss Bellevue war ein unvergleichliches Erlebnis", sagt die 73-jährige Buschhovenerin Rosemarie Scheben und strahlt. Sie war eine der insgesamt 4000 Ehrenamtlichen, die Bundespräsident Joachim Gauck jetzt zum Bürgerfest nach Berlin eingeladen hatte, um ihnen für ihr freiwilliges Engagement zu danken. Seit mehr als 40 Jahren betreut "Rosi" Scheben für die Jugendabteilung des Sportvereins (SV) Hertha Buschhoven das jährliche Zeltlager in Staufen-Grunern.



Als der Brief mit dem Bundesadler vor sechs Wochen auf ihrem Küchentisch lag, konnte die rüstige Rentnerin es kaum fassen. Beeindruckt zeigte sie sich von der Parkanlage und den Räumlichkeiten des Dienstsitzes des Bundespräsidenten in Berlin. "Und das Programm war toll. BAP und Andreas Bourani traten auf. Wir haben viele Gespräche mit anderen Ehrenamtlichen geführt. Das war interessant", erzählt Scheben. Dem Bundespräsidenten die Hand geschüttelt hat sie zwar nicht. "Das habe ich mich nicht getraut. Aber von weitem konnte ich ihn und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt sehen", sagt sie.
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Seit 1973 fahren jedes Jahr rund 75 Kinder aus Buschhoven und Umgebung zum Zeltlager in den Schwarzwald. Und seit damals ist Rosi Scheben als Betreuerin dabei. Nachtwanderungen, Fußballspiele, Ausflüge - die engagierte Buschhovenerin stellt für die Kinder ein spannendes Programm zusammen. Manche Familien fahren nun schon in der dritten Generation mit "ihrer Rosi" ins Camp, haben dank ihr dort so etwas wie eine Ersatzmutter. Nicht umsonst nennen einige Betreuer sie die "Queen Mum des Zeltlagers". Und für Rosi Scheben selbst ist die Tour bis heute "ein Highlight des Jahres".

"Mir gefällt die Gemeinschaft, und ich muss nicht kochen. In den ersten Jahren war es für meinen Mann Heinrich und die Söhne Gerd und Manfred immer der gemeinsame Urlaub", sagt sie. "Das Alter merke ich schon ein wenig. Große Wanderungen mache ich nicht mehr mit", sagt sie. Aber ans Aufhören denke sie nicht. Nicht nur als Ansprechpartnerin für die Kinder übt sie im Camp eine wichtige Funktion aus, seit 21 Jahren verwaltet sie auch die Lagerkasse. Und für alle ist sie schlicht die "Rosi".

Dass ihr jahrzehntelanges Engagement nun mit dem Besuch in Berlin ausgezeichnet wurde, sei für sie immer noch nicht ganz zu fassen. Auf den Weg gebracht haben ihre Nominierung Johannes Schmitz und Claus Nehring, deren Kinder seit Jahren mit ins Zeltlager fahren. Ein Brief an die Düsseldorfer Staatskanzlei folgte, nach neun Monaten kam die Einladung. Sohn Manfred und die Enkelin Alexa (12), Tochter von Sohn Gerd, begleiteten Rosi Scheben in die Hauptstadt.