Zeltlager in Grunern: Manfred Scheben ist seit 42 Jahren dabei

Seit 42 Jahren kommt der Organisator des Zeltlagers des SV Hertha Buschhoven mit den Jugendlichen nach Staufen-Grunern. Warum es ihm nicht langweilig wird, verrät er im BZ-Interview.

  1. „Langweilig wird uns nicht“: Das Lagerleben macht den Kindern und Jugendlichen viel Spaß und die Betreuer sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Foto: Gabriele Hennicke

  2. Einst selbst Teilnehmer, heute Organisator: Manfred Scheben kommt seit 42 Jahren nach Grunern. Foto: Gabriele Hennicke

 

Es ist eine Jahrzehnte alte Tradition: Auch dieses Jahr stehen wieder die großen weißen Zelte des Zeltlagers des SV Hertha Buschhoven beim Sportplatz in Grunern. BZ-Mitarbeiterin Gabriele Hennicke hat sich mit Manfred Scheben, einem der Organisatoren, unterhalten und ihn gefragt, worin der Reiz besteht, seit mehr als 40 Jahren die Ferien immer am selben Ort zu verbringen.

BZ: Seit 44 Jahren gibt es jedes Jahr das Zeltlager in Grunern. Wie lange sind Sie selbst dabei?
Manfred Scheben: Ich fahre seit 42 Jahren mit. Mit fünf Jahren war ich das erste Mal dabei. Seit 1993 organisiere ich das Zeltlager zusammen mit meinem Bruder Gerd Scheben. Unsere Mutter, Rosemarie Scheben, ist von Anfang an und auch jetzt mit 74 Jahren noch voll dabei.

BZ: So viele Jahre am gleichen Ort, ist das nicht ein bisschen langweilig?
Scheben: Nein, gar nicht. Wir fühlen uns hier fast schon zu Hause und sind sehr froh, dass wir all die Jahre in Grunern so gastfreundlich aufgenommen wurden. Außerdem haben wir ja den Platz gewechselt. Mehr als 20 Jahre waren wir beim Gasthaus Rebstock, jetzt Gasthaus Zollstock, später beim Sportplatz und seit vergangenem Jahr auf dem neuen Platz neben dem Sportgelände. Den neuen Platz hat der Staufener SC extra für uns angelegt, planiert und eingesät. Auch Versorgungsleitungen für Strom, Wasser und Abwasser wurden eigens gelegt.

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BZ: Wie ist die Verbindung nach Staufen und Grunern?
Scheben: Die ist ganz ausgezeichnet. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, einmal öffentlich Danke zu sagen. An alle, die uns seit der ganzen Zeit unterstützen und immer da sind, wenn es ein Problem gibt und wir Hilfe brauchen. Das ist einfach fantastisch. Wir revanchieren uns, indem wir in den Geschäften vor Ort einkaufen, auch im Grunerner Dorflädele. Bei unserem Bergfest kommen die Eltern zu Besuch, übernachten in örtlichen Hotels, manche machen sogar Urlaub hier in der Region, während ihre Kinder im Zeltlager sind.

BZ: Wie läuft überhaupt die Versorgung der 100 Teilnehmer des Zeltlagers?
Scheben: Das ist alles gut organisiert. Wir haben ein Küchenzelt und ein großes Zelt, in dem wir essen, quasi unser Speisesaal. Abends findet hier die Disco statt. Frühstück und Abendessen bereiten wir selbst zu, die Brötchen liefert uns der Ebner Begg aus Münstertal, das Mittagessen das Café Mohrenköpfle in Bad Krozingen. Jedes Kind bringt sein eigenes Geschirr und Besteck zu jeder Mahlzeit mit und spült auch selbst ab. So halten wir die Küchenarbeit in Grenzen.

BZ: Und wie sieht das Programm während des Zeltlagers aus?
Scheben: Morgen gehen wir in den Europa-Park, auch das Laguna in Weil steht noch auf der Agenda. Die Kinder nutzen den Kunstrasenplatz des SC Staufens in jeder freien Minute. Bei Regen machen wir Spiele im großen Zelt wie "Wer wird Millionär" oder wir basteln. Wenn das Wetter passt, geht es ins Schwimmbad. Langweilig wird uns nicht.

BZ: Wie funktioniert das mit dem Schlafen? Bekommen Sie die Kinder überhaupt ins Bett?
Scheben: Eigentlich schon. Die schlafen ja in Luxuszelten mit Holzboden und auf Schaumstoffmatratzen. Natürlich gibt es immer welche, die mal nachts ins andere Zelt rüberschlüpfen, als Mutprobe. Das gehört dazu. Ich schlafe gut.

BZ: Was ist für die Kinder das Schönste am Zeltlager?
Scheben: Das Highlight ist die Disco, die jeden zweiten Abend stattfindet. Dieses Jahr haben wir mehr Mädchen dabei, die genießen die Disco besonders. Und dann machen die Kinder natürlich tolle Gemeinschaftserfahrungen. Und es gibt immer wieder erste Lieben, das sind Erfahrungen, die bleiben in Erinnerung. Übrigens gibt es sogar zwei badisch-rheinische Paare, die sich im Zeltlager kennengelernt haben.

BZ: Und was gefällt Ihnen am besten, was ist Ihr persönliches Highlight?
Scheben: Ich finde es sehr schön, über die Jahre mitzuerleben, wie sich die Kinder entwickeln. Und der Höhepunkt der ganzen Jahre ist für mich die Einladung meiner Mutter zum Bürgerfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue in diesem Jahr. Dort wird sie stellvertretend für all die vielen ehrenamtlichen Betreuer unseres Zeltlagers geehrt.

Zu Person und Verein: Der 47-jährige Manfred Scheben lebt in Buschhoven bei Bonn. Er arbeitet als Speditionskaufmann und hat sich für das 19-tägige Zeltlager Urlaub genommen. Buschhoven ist ein Ortsteil der Gemeinde Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis. Der SV Hertha Buschhoven wurde 1911 als Fußballverein gegründet und hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem Breitensportverein entwickelt. Unter http://www.hertha-buschhoven.de gibt es umfangreiche Informationen über den Verein, und zum Zeltlager gibt es sogar eine eigene Homepage: http://www.zeltlager-buschhoven.de